Herbert Fuchs

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Glaubenszeugnis Herbert Fuchs aus Lindau

Ich heiße Herbert Fuchs, bin 67 Jahre alt. Vor einem viertel Jahr ist meine Frau gestorben. Vor 42 Jahren haben wir an einem Ostermontag geheiratet. Beim Hochzeitsgottesdienst hat uns der Priester das Emmaus-Evangelium verkündet, nämlich: zwei Freunde verlassen Jerusalem. Wegen der Hinrichtung Jesu trotten sie traurig, enttäuscht, niedergeschlagen, ohne Perspektive dahin. Unterwegs gesellt sich ein "Fremder" zu ihnen. Er fragt sie aus, versucht sie zu trösten, indem er ihnen die Ereignisse um Jesu Tod aus den hl. Schriften erklärt. Doch die beiden können sich den Worten nicht öffnen. In Emmaus, ihrem Ziel, angekommen, geht er mit ihnen in ihr Haus. Beim gemeinsamen Abendessen, beim Brotbrechen, erkennen sie in ihrem Begleiter Jesus. Dieser aber entzieht sich ihnen.

Dieser Abschnitt aus der frohen Botschaft hat den gemeinsamen Lebensweg von meiner Frau und mir geprägt. Wir haben oft gespürt, dass Jesus in frohen Stunden, besonders aber in Situationen, wo wir traurig, enttäuscht, niedergeschlagen, ohne Perspektive waren, uns begleitet und aufgerichtet hat. Auch wir haben, wie die beiden Jünger, in den Menschen, die mit uns gegangen sind und uns unterstützt haben, nicht Boten oder Werkzeuge Jesu erkannt. Erst im Nachhinein sind uns mitunter die Augen für unsere(n) Begleiter aufgegangen. Dieses Mitgehen und Mitleiden durften meine Frau und ich besonders intensiv während der Krankheit und im Sterben meiner Frau erfahren.  So haben meine Frau und ich uns auch beim Beerdigungsgottesdienst wieder denselben Abschnitt aus dem Lukasevangelium gewünscht.

Ich bin überzeugt, dass meine Frau jetzt einen Zustand erreicht hat, wo sie ihren Wegbegleiter, dem auferstandenen Jesus, ohne Begrenzung von Raum und Zeit, nahe ist, ohne dass er sich ihr nochmals entziehen wird. Aus der Erfahrung meines bisherigen Lebens heraus bin ich weiter überzeugt, dass Jesus unter der für mich neuen Situation auch künftig in Wegefährten bei mir ist.

Das macht mich dankbar und erleichtert es mir meinen Weg hoffnungsvoll fortzusetzen.

Herbert Fuchs

Ichtys