Ichtys

Glaubenszeugnis Kerstin Schwart, 32 Jahre

Früher hatte ich nichts mit dem Glauben am Hut und meine ganze Familie war eher kirchenfeindlich eingestellt, was sich unter anderem in der Reaktion meines Vaters zeigte, der mich für " total verrückt " erklärte, als ich einmal (!), weil mich  meine Freundin eingeladen hatte, mit zu einem Weihnachtsgottesdienst wollte. So kam es, dass ich außer bei meiner Taufe, der Kommunion und der Firmung nie in der Kirche war.

Von Gott wollte ich erst was wissen, als zuhause die Ehekrise meiner Eltern eskalierte, meine Schulprobleme unüberwindbar wurden und ich unter dem Dauerdruck meine Lügen aufrecht zu erhalten um zu vertuschen, was ich sonst noch alles ausgefressen hatte, fast zerbrach. Als mein Vater eines Abends nicht nach Hause kam und meine Mutter und ich uns große Sorgen um ihn machten, fingen wir vorsichtig an zu beten: " Wenn es dich wirklich da oben gibt, dann ... "

ER hat wirklich eingegriffen: Meine Mutter erinnerte sich an eine ältere Dame, die ihr früher immer etwas über Jesus erzählt hat und sie nahm Kontakt mit ihr auf. Diese Frau nahm sich viel Zeit für meine Mutter und erklärte ihr, wie man den Glauben im Alltag umsetzen kann. Mein Vater und ich bemerkten, wie sich meine Mutter veränderte, sie konnte plötzlich in Diskussionen viel ruhiger bleiben. Wir wurden neugierig. Mein Vater entschied sich nach einigem Hin und Her auch diesen Weg mit dem Glauben zu versuchen. Ab diesem Zeitpunkt besuchten sie gemeinsam einen Bibelkreis, führten Gespräche mit Seelsorgern, sprachen von Vergebung und über Jesus, sie waren davon überzeugt, dass ihre Ehe wieder in Ordnung kommen würde, ich bekam noch kleine Geschwisterchen, sie beteten, gingen in die Kirche ... und ich dachte: " Jetzt sind die total verrückt ! "

Ich glaubte ernsthaft, sie wären einer Sekte verfallen und beobachtete über zwei ein halb Jahre hinweg kritisch jede ihrer Handlungen, immer darauf wartend, dass der große Knall, die Scheidung, doch noch kommen müsse - doch ihre Ehe hielt tatsächlich, mehr noch: sie wurden wieder zu einem turtelnden Paar, das Händchen haltend spazieren ging ...

Ich merkte mit der Zeit, dass ihr Glaube sich im Alltag tatsächlich bewährte und dass sie etwas gefunden hatten, das ihnen Halt gibt - " Das" wollte ich auch unbedingt haben(!), denn meine Schulprobleme und Lügengebäude waren nach wie vor erdrückend. Ich war 18 geworden, als ich mich entschied, zu beten, dass Jesus auch in meinem Leben so wirken sollte und ich kann nur davon schwärmen, wieviel sich seither verändert hat .... . Damit steht für mich fest: Diese Entscheidung war die wichtigste und beste meines Lebens !

Kerstin Schwart